[Zeitzeugen] [Gedenken] [Geschichte und Diskurs] [Erinnerung] [Nationalsozialismus] [Entschädigung] [Webausstellungen] [Suchformulare] [Literatur]
schoah.org

Wir versuchen auf diesen Seiten alle Dienste kostenlos anzubieten und sind somit auf Unterstützung angewiesen, denn leider wird haGalil im Rahmen der Bundesmittel zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Antisemitismus, trotz mehrfacher leitlinien-konformer und fristgerechter Antragstellung, in keiner Weise unterstützt. Wir müssen Sie deshalb bitten, haGalil auch weiterhin mit Ihrer ganz persönlichen Spende zu unterstützen. Schon zwanzig Euro helfen, haGalil zu erhalten; wenn's zweihundert sind, finanzieren Sie die Information für weitere Leser gleich mit.

haGalil e.V., Münchner Bank BLZ 701 900 00, Konto Nr. 872 091.
Sie finden weitere Angaben zu Überweisungen aus dem Ausland, zu Lastschriftverfahren, Spendenquittungen etc. auf den Seiten des haGalil e.V..

 

Entrance haGalil
Search haGalil
Jahaduth: Jüdische Religion
Jüd. Kalender
Forum Judaicum
Spenden Sie mit PayPal - schnell, kostenlos und sicher!

NACHRICHTEN NACH AUSCHWITZ

Das Internationale Auschwitz Komitee veröffentlicht "Nachrichten nach Auschwitz." Was genau geschah vor sechzig Jahren mit Überlebenden von Auschwitz? Noch waren die meisten nicht befreit, noch vegetierten sie in anderen Konzentrationslagern, bedroht von Krankheit, Hunger und Tod. Für viele kam der 8. Mai, der Tag der Befreiung zu spät. Viele von ihnen starben kurz danach. Jeder Tag zählte, um ihr Leben zu retten.

20. April 1945:
Der Mord an den Kindern vom Bullenhuser Damm

20. April 1945: Hitlers Geburtstag: Sein letzter. In zehn Tagen wird "der Führer" Selbstmord begehen. Dieser 20. April wird auch der letzte Tag im Leben von zwanzig jüdischen Kindern sein. Ihre Ermordung ist beschlossene Sache.

Diese Kinder haben in ihrem kurzen Leben unerträgliches erlitten. Sie stammen aus Frankreich, Polen, Italien, Jugoslawien und den Niederlanden und sind mit ihren Familien nach Auschwitz deportiert worden. Dort hat die SS sie von Vater und Mutter getrennt, viele ihrer Angehörigen sind tot, die Kinder wissen es nicht.

Im November 44 hatte der SS-Arzt Kurt Heißmeyer aus dem Konzentrationslager Neuengamme bei Hamburg zwanzig jüdische Kinder für seine medizinischen Versuche aus Auschwitz angefordert, um einen Impfstoff gegen Tuberkulose zu entwickeln. Diese Kinder werden die letzten Opfer seiner sinnlosen Experimente.

Jetzt kurz vor Ende des Krieges stellen die Kinder für die SS nur noch lästige Zeugen dar. Aus Berlin kommt der Befehl: "Die Abteilung Heißmeyer ist aufzulösen." Für die Kinder das Todesurteil. Am 20. April abends wecken die SS-Männer die Kinder und versprechen ihnen ein Wiedersehen mit ihren Eltern. Die Kinder freuen sich und packen ihre wenigen Spielsachen ein. In einem Lastwagen geht es in den ausgebombten Stadtteil Rothenburgsort in Hamburg. Ziel: Eine ehemalige Schule am Bullenhuser Damm. Mit den Kindern fahren ihre Betreuer und sechs sowjetische Kriegsgefangene. Später bringt die SS noch zwanzig russische Gefangene in die Schule. Den Oberbefehl dort hat der SS-Obersturmbannführer Arnold Strippel.

In der Schule werden Erwachsene und Kinder getrennt. Im Heizungskeller erhängt die SS dann die erwachsenen Gefangenen einen nach dem anderen. Dies dauert drei Stunden.

Auf der anderen Seite des Kellers bereitet der SS-Arzt Alfred Trzebinski die Ermordung der Kinder vor. Er spritzt ihnen Morphium und redet ihnen ein, es handele sich um eine Impfung, die nötig sei für ihre Reise zu den Eltern. Die Kinder sind arglos, bereitwillig legen sie sich über einen kleinen Schemel, um die Spritze ins Gesäß zu empfangen. Sie haben schon so viel erlebt, da haben sie keine Angst mehr vor einer Spritze. Die Kinder beginnen bald einzuschlafen. Dem beteiligten SS-Mann Johann Frahm jedoch dauert alles zu lange: Noch sind einige Kinder wach, da nimmt er den ersten schlafenden Jungen in den Arm und trägt ihn in den Nachbarraum, wo eine Schlinge an einem Haken vorbereitet ist. In die Schlinge hängt Frahm das schlafende Kind. Da es nicht schwer genug ist, hängt er selbst sich mit seinem ganzen Körpergewicht an den Jungen, bis dieser stirbt.

So verfährt er mit allen zwanzig Jungen und Mädchen. Erst in den Morgenstunden sind alle Kinder tot. Die SS-Leute werden später in Neuengamme einen halben Liter Schnaps und zwanzig Zigaretten als Belohnung für diese "Aktion" erhalten.

In der Schule im Keller liegen noch die Kleidung der Kinder und das Spielzeug, das ihnen ihre Mithäftlinge gebastelt haben: Holzautos, Puppen, eine Eisenbahn. Niemand braucht sie mehr.

Weitere Nachrichten aus Auschwitz

Niechaj na wieki bedzie krzykiem rozpaczy i przestroga dla ludzkosci to miejsce, w którym hitlerowcy wymordowali okolo póltora miliona mezczyzn, kobiet i dzieci, glównie Zydów z róznych krajów Europy.
Napis na pomniku w obozie Birkenau, który powstal w roku 1967 z inicjatywy Miedzynarodowego Komitetu Oswiecimskiego/Auschwitz

hagalil.com 20-04-2005

 

Jüdische Weisheit
Die bei haGalil onLine und den angeschlossenen Domains veröffentlichten Texte spiegeln Meinungen und Kenntnisstand der jeweiligen Autoren. Sie geben nicht unbedingt die Meinung der Herausgeber bzw. der Gesamtredaktion wieder.

[Impressum]
Kontakt: hagalil@hagalil.com
haGalil - Postfach 900504 - D-81505 München

1995-2006 © haGalil onLine® bzw. den angeg. Rechteinhabern
Munich - Tel Aviv - All Rights Reserved
haGalil onLine - Editorial