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Das Vernichtungslager Treblinka (auch Treblinka
II) liegt in einem Waldgebiet, 4km entfernt vom Dorf Treblinka in der Gemeinde
Małkinia Górna in der Woiwodschaft Masowien, nordöstlich von Warschau.

A 19-12
Erich Hartmann
Eisenbahnstation Treblinka
Ein Eisenbahngleis führte direkt in das Todeslager. Dort
wurden in 14 Monaten zwischen 700.000 und 970.000 Juden durch Gas ermordet. Ab
September 1942 wurde die Eisenbahnstation für den normalen Personenverkehr
geschlossen, um die Deportationen und den Fortgang der Massentötungen zu
beschleunigen.
Treblinka war das zuletzt errichtete, bald aber
größte, der im Rahmen der Aktion Reinhardt* im deutschen Generalgouvernement des
besetzten Polen, liegenden Vernichtungslager. Die Gesamtzahl der Todesopfer im
KZ Treblinka liegt deutlich über 700.000 und wird auf bis zu 1,1 Millionen
Menschen aus ganz Europa geschätzt**.
*)
Aktion Reinhardt: Tarnname für die systematische
Ermordung aller Juden und Roma des Generalgouvernements (deutsch besetztes
Polen). Zwischen Juli 1942 und Oktober 1943 wurden über zwei Millionen Juden
sowie rund 50.000 Roma aus den fünf Distrikten des Generalgouvernements
(Warschau, Lublin, Radom, Krakau und Galizien) in den drei Vernichtungslagern
Belzec, Sobibor und Treblinka ermordet.
**) Frank Golczewski in Wolfgang Benz:
Dimension
des Völkermordes,Deutscher Taschenbuch Verlag 1996, S. 468, Schätzung der
Opferzahlen im Treblinka-Prozess mindestens 700.000, nach Rachel Auerbach
1.074.000, diese wird von Golczewski als wahrscheinlich angesehen.
Eisenbahnstation Treblinka
Das Vernichtungslager entstand in der Nähe des 1941 errichteten Straflager Treblinka I, in dem Juden und Polen
Zwangsarbeit verrichteten.
Opfer des Vernichtungslagers waren Juden aus verschiedenen osteuropäischen
Staaten, auch aus Griechenland, auch Sinti und Roma; drei Gaskammern reichten
nicht aus, daher Bau weiterer 10 Gaskammern von August bis Oktober 1942;
Einrichtung eines Bereichs, des »Lazaretts«, über dem die Rot-Kreuz-Fahne wehte:
hier wurden Häftlinge, die nicht aus eigener Kraft die Gaskammern erreichen
konnten, vor einem Graben erschossen.
Arbeit der Gefangenen u.a. im Rahmen der
Vernichtung der anderen Gefangenen, Einsammeln von Kleidern und
Wertgegenständen, Entfernen der auf dem Transport Gestorbenen aus den Waggons;
Arbeiten fürs Lagerpersonal, Bauarbeiten;
Opfer durch Krankheiten, Epidemien,
Selbstmorde;
errichtet zwischen Ende Mai und dem 22. Juli 1942.
Ab Frühjahr 1943
Beseitigung der Spuren des Massenmordes (Verbrennung der Leichen durch
Gefangene, Gebäude und Zäune wurden abgerissen, der Boden umgepflügt), das Lager
wurde im Herbst 1943 aufgelöst.
Die Denkmalsanlage des ehemaligen
Vernichtungslagers Treblinka, in der Gemeinde Kosów Lacki, ist eine offene
Anlage; keine Besucherbetreuung.
Erich Hartmanns Photographien
der Konzentrations- und Vernichtungslager:
Frühere Teile:
Teil I /
Teil II /
Teil III /
Teil IV
Anmerkung (siehe
Eine Übersicht aus
Prag):
Der ehemaliger Leiter der KZ Sobibor und Treblinka
Paul Franz Stangl, der für den Tod
von mehr als 700.000 Menschen verantwortlich ist, versteckte sich nach Kriegsende
kurz in Italien und Syrien, von wo er 1950 nach Brasilien flüchtete. Hier wurde
er 1967 verhaftet und nach Deutschland überstellt. Das Verfahren gegen Stangl
begann in Düsseldorf im Mai 1970 und endete nach 7 Monaten mit dem Urteil
lebenslänglich. Sein Schicksal war ähnlich dem des Klaus Barbie. Auch er starb
bald im Gefängniskrankenhaus, an Herzinfarkt - ein halbes Jahr nach der
Urteilsverkündung.
RealVideo:
Mord
- na europejskich Zydach
Polski naoczny swiadek transportu Zydow do Oswiecimia: "No,
pamietam (...) Przywiezli tych Zydkow... (...)"
Polnischer Augenzeuge der Judentransporte nach Auschwitz: "Also, ich erinnere
mich... Die Jiddchen wurden hergebracht..."...
hagalil.com
03-12-2009 |